Warum der Akzent zählt
Ein Kind aus einer mexikanischen Familie, das Geschichten auf kastilischem Spanisch hört, hört einen entfernten Verwandten seiner eigenen Sprache. Verständlich — aber nicht die eigene. Genauso geht es einer Familie aus Québec mit Pariser Französisch oder einer ägyptischen Familie mit reinem Hocharabisch. Im Akzent steckt Zugehörigkeit. Deshalb sind die Varianten hier eigenständig und nicht zu einer Stimme pro Sprache zusammengefasst.
Für zweisprachige Familien
Acht Stunden Kita oder Schule laufen in einer Sprache. Für die Familiensprache bleiben die Küche und das Wochenende. Die Gute-Nacht-Geschichte ist einer der wenigen täglichen, geschützten und sprachreichen Momente — und eine Geschichte, die das Kind in einer Sprache schon kennt, ist der leichteste Weg in die andere.
Geschichten in eurer FamilienspracheOmas Stimme, in ihrer Sprache
Am schönsten wird es, wenn Oma oder Opa vorlesen. Eine Großmutter in Istanbul, ein Enkelkind in Berlin — und das Kind bekommt türkische Gute-Nacht-Geschichten in der Stimme des Menschen, zu dem Türkisch gehört. So hängt die Sprache an jemandem, den das Kind liebt. Genau das lässt eine Familiensprache bleiben.
Für Großeltern in der Ferne